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Nachhaltigkeitsorientierte Serviceleistungen – ein MUSS für Banken und Emittenten 

Venla Pouru

Director of Strategy and Growth

Der direkte ökologische Fußabdruck von Banken ist zwar relativ gering, doch können sie mehr als die meisten anderen Organisationen Einfluss auf das Verhalten und die Investitionen von Verbrauchern und Unternehmen nehmen. Aufgrund ihrer Schlüsselrolle in der Wirtschaft sind Banken ins Zentrum der Diskussion um Nachhaltigkeit gerückt.

So schwierig die Anpassung an die neuen Erfordernisse sein mag, bringt sie doch vielfältige neue Geschäftschancen mit sich. Zukunftsorientierte Organisationen können Nachhaltigkeit zu einem Wettbewerbsvorteil machen und ihren Kunden als Wegweiser zu mehr Umweltfreundlichkeit dienen. 

Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die entscheidenden Megatrends unserer Zeit. Dieser Tatsache kann sich kein Unternehmen und keine Führungskraft der Finanzbranche heute noch verschließen. Deshalb teilen wir unsere Erkenntnisse in diesem Blog, damit unsere Leser Nachhaltigkeit in einen langfristigen Vorteil verwandeln können.

Hier soll es konkret um drei Fragen gehen: 

  • Wie verändert der Anspruch an Nachhaltigkeit das Bankwesen?
  • Wie können Banken und Emittenten nachhaltigkeitsorientierte Lösungen in ihr Kernangebot aufnehmen?
  • Wie können Banken und Emittenten die Verbraucher bei Verhaltensänderungen für mehr Nachhaltigkeit unterstützen?

Eine nachhaltige Zukunft im Bankwesen

Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit richteten sich zunächst an die Sektoren mit den größten direkten Umweltauswirkungen: Energieunternehmen, Transport und schnelldrehende Konsumgüter. Mittlerweile steht Nachhaltigkeit auch in den Vorstandsetagen von Banken ganz oben auf der Tagesordnung. Behörden und Kunden drängen darauf, Nachhaltigkeitsmaßnahmen Priorität einzuräumen. 

Der Ruf nach mehr Klimaschutz wird weltweit immer lauter

Die UN-Klimakonferenz im letzten Jahr gilt als Wendepunkt für ein schnelleres Tempo beim Klimaschutz. Laut UN-Generalsekretär Guterres ist das im Pariser Abkommen von 2015 festgelegte Ziel einer maximalen Erwärmung um 1,5°C noch erreichbar, jedoch nicht mehr für lange Zeit. Aktivisten in Glasgow forderten von Finanzinstituten ein Ende der Investitionen in Anlagen, die mit fossilen Brennstoffen und der Abholzung von Wäldern verknüpft sind. 

Die Wissenschaft ist sich einig: Die heutigen Klimaschutzmaßnahmen reichen nicht aus, um die wichtigsten Klimaziele zu erreichen. Eine schwelende Krise der globalen Ordnungspolitik und extreme Klimaereignisse erhöhen den Druck auf Politik und Wirtschaft, neue Möglichkeiten zur Verringerung von CO2-Emissionen zu finden. Und in vielen Banken ist man nun aufgewacht.

Verbraucherwünsche als Triebkraft für ein nachhaltigeres Bankwesen 

Weltweit wächst der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit. Laut einer Studie von NielsenIQ aus dem Jahr 2019 würden sagenhafte 73 % der weltweit befragten Verbraucher ihr Kaufverhalten ändern, um Umweltauswirkungen zu verringern. 

Staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sind wichtige Triebkräfte für mehr Nachhaltigkeit. Sie werden mittlerweile in hohem Maße auch von privaten Verbraucheraktionen flankiert. Angesichts des neuen Verbraucherbewusstseins und geänderter Verbraucherwünsche müssen Banken dem Klimaschutz in jedem Aspekt ihres Wirtschaftens Vorrang einräumen. Dies muss mit Transparenz bei den gewählten Methoden einhergehen.

Insbesondere die jüngere Generation fordert von Banken eine Beteiligung am Kampf gegen den Klimawandel. Direkte und indirekte Maßnahmen, von der Desinvestitionen in fossile Brennstoffe über grüne Anleihen bis hin zur Finanzierung elektrischer Fahrzeuge, sollen für eine bessere Klimabilanz sorgen. Zugleich erwarten jüngere Kunden einen transparenten und ansprechenden Service. Dieser kann zur Verbreitung von Wissen über Umweltbelastungen und deren Verringerung genutzt werden.

Vorschriften und Ziele zur Verringerung von CO2-Emissionen – die Messlatte rückt immer höher

Auch der Gesetzgeber interessiert sich zunehmend für Nachhaltigkeitsberichte und die Berechnung von Treibhausgasemissionen. Die verpflichtende Offenlegung von Initiativen rund um Umwelt, Soziales und Corporate Governance und politischer Druck für mehr Klimaschutz haben starke Auswirkungen auf die Finanzindustrie.

Banken weltweit beeilten sich mit der Einführung von Zielen zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Als Teil der Unternehmensstrategie sollen sie mit konkreten Maßnahmen erreicht werden. Die Bank of America, TD Bank und HSBC streben beispielsweise eine vollständige Klimaneutralität an. Erzielt werden soll dies durch eine verbesserte Darlegung von Umwelt-, sozialen und Governance-Faktoren, das Überdenken der Beschaffungsstrategie und das Auflegen von Nachhaltigkeitsfonds.  

Nachhaltigkeit im Kerngeschäft 

Eines ist offensichtlich: Finanzinstitute suchen nach neuen Wegen, um Nachhaltigkeit in ihr Kerngeschäft einzubauen. Produkte und Dienstleistungen und die an Unternehmen, institutionelle Anleger und Privatkunden gerichteten Botschaften sind grüner geworden. 

Zugleich wächst der Wettbewerb um ein gutes Image in Sachen Klimaschutz. Weltweit versuchen Banken und Emittenten durch eine Neuordnung ihrer Prioritäten und Geschäftsziele der wachsenden Nachfrage nach nachhaltigen Finanzdienstleistungen gerecht zu werden.

Neue Initiativen zum Umweltschutz

Auf der Basis nachhaltigkeitsorientierter Geschäftsmodelle entstehen völlig neue Finanzinstrumente, zu denen auch umweltfreundliche digitale Bankdienstleistungen gehören. Der Bankdienstleister Tomorrow und die Zahlungskarten-Emittenten Aspiration und Treecard gehören zu diesen Innovatoren. Mit diversen Initiativen fordern sie traditionelle Banken heraus:

  • Grüne Anlagestrategien
  • Kompensation von CO2-Emissionen auf Transaktionsbasis
  • Gewinnausschüttung an Kompensationsprojekte

Doch auch etablierte Banken steigen ein. Im Rahmen ihres „Carbon Bank“-Programms fördert die Rabobank beispielsweise Projekte zur Beseitigung von CO2-Emissionen und bietet Produkte und Dienstleistungen zur Emissionssenkung an. Inzwischen haben sich vier etablierte, globale Banken zu einer ehrgeizigen Initiative für den Kohlenstoffausgleich unter der Bezeichnung „Project Carbon“ zusammengeschlossen. 

Daten als Motor für nachhaltiges Banking und digitale Zahlungsdienste

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit gilt auch für alltägliche Bankdienstleistungen. Das Wachstum beim mobilen Banking und im Onlinezahlungsverkehr beschert Banken gigantische Datenmengen. Wie Fintechs können auch traditionelle Banken solche Daten für die Entwicklung ansprechender Bankdienstleistungen nutzen. 

Anhand der Daten lassen sich Kaufverhalten und Vorlieben der Kunden analysieren. Dank Open Banking ist es möglich, einen umfassenden Überblick über die Finanzen der Einzelkunden zu erhalten. Dieser bildet die Grundlage für singuläre Dienstleistungen. Mithilfe von APIs können Finanzinstitute und Emittenten die Hauptkontodaten ihrer Kunden durch Informationen aus deren anderen Konten und Karten ergänzen.

Echtzeitdaten sind ein Fundament für neue Instrumente und Anwendungen und Banken haben neue Möglichkeiten, Kunden auf innovative Art und Weise anzusprechen und zu informieren. Dazu gehört die Aufstellung der Umweltauswirkungen von Einkäufen oder die Unterstützung der Kunden beim Erreichen persönlicher Lifestyle-Ziele. Banken sind ideal aufgestellt für die umfassende digitale CO2-Emissionsbilanzierung auf der Grundlage von Transaktionsdaten. 

CO2-Bilanzierung auf Transaktionsbasis als Mehrwert für Finanzdienstleistungen

Eine genaue Abbildung der Finanzen eines Nutzers bildet die Grundlage der CO2-Berechnung. Zahlungsverkehrsdaten können zur Berechnung der CO2-Emissionen im Rahmen täglicher Bankdienstleistungen genutzt werden. 

Viele Banken haben bereits CO2-Rechner auf Transaktionsbasis eingeführt. Die Swedbank und einige andere haben hierfür eigene Tools entwickelt, während andere eine Partnerschaft mit Drittanbietern eingingen (z. B. Nordea und BNP Paribas).

Da Emittenten über aggregierte Finanzdaten verfügen, können sie den Kunden als Wegweiser zu mehr Nachhaltigkeit dienen. Transaktionsdaten bieten Einblick in Verbraucherverhalten, Konsummuster und Präferenzen. 

Anhand solcher Erkenntnisse können Banken Lifestyle-Analysen erstellen, konkrete Orientierungshilfe geben und wertsteigernde Dienstleistungen anbieten. All dies gestattet eine stärkere Bindung klimabewusster Kunden und kann als Kontaktpunkt für das Upselling grüner Produkte genutzt werden.

Als Minimalziel signalisiert ein CO2-Rechner Verbrauchern die negativen Folgen ihres Verhaltens, im Idealfall bewegt er sie zur Ergreifung konkreter Maßnahmen, sodass sie ihr Verhalten besser mit den weltweit angestrebten Klimazielen in Einklang bringen können. 

Unterstützung der Verbraucher bei nachhaltigen Verhaltensänderungen

Die Verbraucher möchten der immer klarer zutage tretenden Klimakrise nicht untätig zusehen. Sie möchten ihre eigene Klimabilanz kennen und verbessern. Banken können ihnen dabei helfen. Die digitale CO2-Bilanzierung ist ein interessanter Teilaspekt des sozial verantwortlichen Bankwesens. 

Können Konsumentscheidungen etwas bewirken? 

Wir verraten es vorweg: Ja, können sie! 

Studien zufolge verursachen Haushalte und Konsum 72 % der derzeitigen globalen Emissionen. Konsumentscheidungen spielen also eine wichtige Rolle bei der Erreichung der 1,5-Grad-Grenze bis 2030. 

Nach Meinung vieler in Wissenschaft und Politik kann bewusster Konsum einen spürbaren Beitrag zur Senkung der weltweiten CO2-Emissionen leisten. Sie sehen darin einen kleinen, aber wichtigen Teil der Strategien zur Reduzierung der globalen Emissionen.

Das Problem: Viele Verbraucher wissen nicht, wo sie ansetzen sollen. Sie sind sich über das große Ganze im Klaren, doch oft fehlen ihnen die Informationen – und Anreize – wie sie klimafreundlicher essen, einkaufen, investieren und reisen können. 

Wie kann ein Finanzinstitut dazu beitragen, Verbraucher für mehr Nachhaltigkeit zu sensibilisieren?

Technologie kann dazu beitragen, das Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltige Lösungen zu schärfen. Jede Veränderung beginnt mit einem positiven, handlungsorientierten Bewusstwerden. Durch die Bereitstellung von Informationen zu ihrem CO2-Fußabdruck erhalten Bankkunden einen einfachen und umfassenden Überblick über ihren Verbrauch, der Anreize für die Änderung von Alltagsgewohnheiten schaffen kann.

Emittenten können hochwertige Daten über die Klimaauswirkungen von Konsumentscheidungen bereitstellen und beispielsweise aufzeigen, wie hoch die Emissionen einer Person im Vergleich zum nationalen oder internationalen Durchschnitt sind. 

Darüber hinaus ist anhand von Daten eine Aufstellung der relativen Auswirkungen verschiedener Konsumalternativen möglich: 

  • Zugreisen anstelle von Flügen 
  • Verstärktes Sortieren und Recyceln
  • Pflanzliche Alternativen anstelle von Milch
  • Fisch und Meeresfrüchte anstelle von rotem Fleisch

Nutzen Sie die Chancen für nachhaltiges Banking mit My Carbon Action

Unter dem Strich birgt der Megatrend Nachhaltigkeit für Banken und Emittenten eine Riesenchance. Das Angebot eines zukunftsorientierten Nachhaltigkeitsservice verspricht Erfolg auf dem temporeichen und dynamischen Markt des Zahlungsverkehrs. 

In der Kombination mit weiteren Nachhaltigkeitsinitiativen können die Institute ihr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel unter Beweis stellen. Der Zusammenhang zwischen den Alltagshandlungen Einzelner und dem Schutz der Erde tritt schließlich immer deutlicher zutage.

Eine Möglichkeit zur Nutzung dieser Chancen besteht in der Einführung eines CO2-Rechners, mit dessen Hilfe nicht nur das Finanzinstitut, sondern auch dessen Kunden für mehr Nachhaltigkeit sorgen können. 

My Carbon Action ist mehr als ein einfacher CO2-Rechner. Banken und Emittenten können My Carbon Action in ihren Service einbinden und die Kunden bei der Senkung oder Kompensation ihrer CO2-Emissionen unterstützen. 

Informieren Sie sich über My Carbon Action und schließen Sie sich den Vordenkern im Bankwesen an!

In dem folgenden Webinar wird erläutert, wie Sie Kunden auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen – und warum Sie das tun sollten.

KOSTENLOSER LEITFADEN: EINFÜHRUNG EINES CO2-RECHNERS

Wie heißt es noch treffend? There’s no Planet B. Wären Sie lieber Teil der Lösung? Dann ergreifen Sie jetzt Maßnahmen zum Klimaschutz! Laden Sie den kostenlosen Leitfaden herunter. Er enthält sämtliche Informationen zur Einführung eines CO2-Rechners, mit dem Sie Ihren Kunden helfen, ihr hart verdientes Geld nachhaltiger auszugeben.

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